Seifensieden - Zusatzstoffe

Als Zutat bei der Seifenherstellung eignet sich unheimlich vieles. Man möchte fast sagen - beinahe alles. Das Augenmerk liegt darauf, dass sie natürlicher Herkunft sind.

Es soll darauf geachtet werden, ob die Zutaten die Eigenschaft haben, die Seife beim Verseifungsprozess zusätzlich zu erhitzen, inwiefern sie die Farbe der Seife beeinflussen und ob sie nicht zu grob sind und der Peelingeffekt ZU gross ist.

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Flüssigkeiten zum Anrühren der Lauge: . .
Tee: Aufgüsse von Kräutern bzw. schwarzer Tee, grüner Tee oder weisser Tee können zum Anrühren der Lauge verwendet werden.
Milch: gefrorene Milch zum Anrühren der Lauge verwenden. Egal ob Kuhmilch, Schafmilch, Ziegenmilch, Stutenmilch, Hafermilch, Mandelmilch, Reismilch - jede Milch kann verwendet werden. Bei der Verwendung von Schafmilch bin ich draufgekommen, dass mein Sohn eine Allergie bezügl. Schafmilch entwickelt hat. (er hat den Rest der Packung getrunken und darauf einen Nesselausschlag bekommen.)
Besonders beliebt bei Menschen mit empfindlicher Haut ist Ziegenmilch.
Es kann auch Milchpulver verwendet werden. (habe ich persönlich jedoch noch nie verwendet).
Milchseife heizt sich stark auf. Sie sollte nicht isoliert werden. ev. sogar in den Kühlschrank bzw. Tiefkühler stellen, damit keine Gelphase auftritt. Kommt die Seife in eine Gelphase entsteht Ammoniakgeruch. Ist mir einmal passiert - riecht nicht sehr angenehm.... der "Duft" verflüchtigt sich aber mit der Zeit.
Säfte: Fruchtsäfte und Gemüsesäfte können ebenfalls zum Anrühren der Lauge verwendet werden. Karottensaft bietet sich an, um die Seife orange zu färben (nicht lichtecht - bleicht mit der zeit aus. Je nach Lagerung). Säfte, welche Fruchtzucker enthalten, heizen die Seife auf!

Weitere Zutaten: . .
Bienenwachs: wird zusammen mit den Fetten geschmolzen. Die Seife wird fester und wenn man naturbelassenes Bienenwachs verwendet, so kommt der gute Duft oft durch.
Zucker: Der Zucker wird im kalten Wasser aufgelöst, womit man dann die Lauge anrührt. Er verbessert die Schaumbildung.
Einsatzmenge: ich verwende zw. 5 % - 10 % der Fettmenge.
Honig: Kann im Wasser aufgelöst werden womit dann die Lauge hergestellt wird oder auch mit den Fetten geschmolzen oder erst in den Seifenleim eingerührt werden. Pflegt und duftet. ! Heizt die Seife auf!!! ev. nicht isolieren! Einsatzmenge: 5 % (bei höherer Einsatzmenge kann die Seife weicher werden).
Milchprodukte: Schlagobers, Buttermilch, Joghurt - kann man alles in die Seife geben und ergibt einen cremigen Schaum. Man achte darauf, das Milchprodukte die Seife aufheizen (also, keine Isolierung - Gelphase vermeiden). Entweder die Lauge damit anrühren oder in den fertigen Seifenleim rühren.
Salz: Verwendet werden kann Steinsalz oder Meersalz. Grob oder fein, je nach belieben. Salz macht die Seife hart und hemmt die Schaumkraft. Wenn Schaum erwünscht ist, muss man deshalb schaumfördernde Mittel einsetzen (Kokosöl, Babassuöl, Zucker, ... )
Sole - Salz (je nach "Geschmack" einige Löffel bzw. soviel das Wasser aufnehmen kann) im Wasser lösen und damit die Lauge anrühren.
Salzseife - Man kann das Salz auch direkt in den Seifenleim geben. Einsatzmenge ist hier: bis zum 3fachen der Fettmenge.Die Seife wird sehr hart und gegebenenfalls auch bröckelig. Vorsicht beim Verarbeiten und wenn Blöcke geformt werden -> SCHNELL schneiden!
Kräuter und Blüten: Die meisten Kräuter und Blüten werden in der Seife leider braun. Das "leider" bezieht sich auf die Pflanzen, die eine wunderschöne Farbe aufweisen. Denn selbst wenn ein Kraut in der Pflanze braun wird, erzielt man dadurch eine schöne Struktur. Dazu die Pflanzen (frisch oder getrocknet) fein hacken, einige Stunden in Öl einweichen und dann unter den Seifenleim mischen.
Ausnahmen gibts jedoch:
Die Ringelblume färbt wunderbar orange. Die Farbe ist nicht lichtecht - hält aber ungewöhnlich lange (vor allem bei frischen Blüten).
Mit Holunder laufen noch Tests ;-)
Brennessel, Frauenmantel und Kapuzinerkresse ergeben meiner Erfahrung nach ein Grün, das recht lange hält.
Obst und Gemüse: Bananen, Avocado, Himbeeren... alles ist möglich. Und wird meist braun.
Tonerden: Zum Färben verwende ich gerne Tonerden. Grün, Rot, Gelb, Weiss.
Kaolin (Bollus alba) verwendet man auch für die Herstellung von Rasierseifen. Es lässt die Klinge gut über die Haut gleiten. Auf 1 kg Fett ca. 1-2 Teelöffel.
Auch Wascherde (Ghassoul) kann beigemengt werden.
Die Tonerden in etwas Wasser oder Öl dispergieren und unter den Seifenleim mischen.
Ätherische Öle: Ich mag sehr gern unbeduftete Seifen. Wenn ich bedufte, dann verwende ich am liebsten ätherische Öle. Einige dieser ätherischen Öle haben die Eigenschaft, dass sie den Seifenleim stark aufhitzen (Zimt z.b.), andere verflüchtigen sich sehr schnell (Zitrusdüfte), wieder andere verfärben den Seifenleim ein wenig. Beim Duftmischen bin ich sehr dezent und vorsichtig. Empfohlene Einsatzmenge: auf 500g ca. 20 ml Duft.
Parfumöle: Es gibt nur sehr wenige Parfumöle, die ich zur Beduftung von Seifen verwende. Dazu gehört "Toskanischer Morgen". Viele Parfumöle lassen den Seifenleim rasch andicken (Rose z.b.) oder verfärben ihn.