Seifensieden - Über Fette und Öle

Es gibt eine Vielzahl an pflanzlichen sowie auch tierischen Fetten, welche zur Herstellung von Seifen Verwendung finden. Es ist darauf zu achten, dass die Kombination von harten und "weichen" Fetten übereinstimmt, dass (wenn gewünscht) schaumfördernde Fette vorhanden sind und - besonders nahelegen möchte ich die pflegenden Fette. Da ich sehr trockene Haut habe liegen mir diese besonders am Herzen.
Die von mir verwendeten Öle sowie die Erfahrungen mit diesen, möchte ich hier vorstellen.
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pflanzliche Fette

Fett Beschreibung Verseifungszahl
Palmöl: ergibt feste Seife, einen stabilen Schaum, alles in allem - eine frombeständige Seife. 0,1405
Kokosöl: ergibt eine feste Seife, mit grossporigem Schaum. Ich persönlich verwende Kokosöl nicht besonders gerne, da es durch die besonders gute Reinigungskraft (wirkt stark entfettend)meine Haut zu sehr austrocknet. Für Seifen mit erwünschter starker Waschkraft jedoch zu empfehlen! 0,1830
Rapsöl: ist sehr hautfreundlich, feuchtigkeitsspendend 0,1354
Sonnenblumenöl: ergibt eine weiche Seife, ist hautfreundlich, ranzt leicht! 0,1350
Olivenöl: ergibt eine harte seife, sehr mild und hautfreundlich. Wichtig ist eine längere Lagerzeit. Je länger die Seife reift (6-12 Monate) umso besser wird die Schaumkraft und die Seife wird immer härter. "Frische" Seife mit hohem Anteil an Olivenöl schleimt und ist "glitschig". 0,1345
Traubenkernöl: ergibt eher weiche Seife, ist hautfreundlich und feuchtigkeitsspendend 0,1285
Mandelöl: ergibt eher feste Seife, sehr hautfreundlich, regenerierend und feuchtigkeitsspendend 0,1365
Avocado: ergibt eine harte Seife, ist sehr mild, hoher Anteil an Unverseifbarem! Das grüne, unraffinierte Avocadoöl ergibt eine wunderbare grüne Farbe (welche zwar mit der Zeit verblasst, sich jedoch wirklich gut macht! Auch das Aroma einer Avocadoseife unbeduftet ist einen Versuch wert! 0,1335
Kakaobutter: ergibt feste Seife, cremigen Schaum, ist hautfreundlich, feuchtigkeitsspenden und rückfettend 0,1370
Sheabutter: ergibt feste, helle Seife, feuchtigkeitsspendend und hautfreundlich, hoher Anteil an Unverseifbarem! Gehört zu meinen Lieblingsfetten! 0,1282
Rizinusöl: fördert Schaumkraft der anderen Fette! Dazu reicht schon eine Einsatzmenge von 4 %. Bei höhrem Einsatz ergibt es eine eher weichere Seife 0,1286
Babassuöl: ergibt feste Seife, einen schönen Schaum und ist sehr mild 0,1750
Jojobaöl: (eigentlich Wachs) sehr pflegend, hohen Anteil an Unverseifbarem! 0,0660
Lanolin: (Wollwachs der Schafe) ergibt eine harte Seife, pflegend 0,0750
Bienenwachs:(Wachs!) ergibt eine harte Seife, nur kleine Einsatzmenge 0,0690

tierische Fette

Fett Beschreibung Verseifungszahl
Rindertalg: ergibt feste, glatte, helle Seife und einen schönen, feinen, cremigen Schaum. Rindertalg hat einen, sagen wir eigenen Eigengeruch, der jedoch nach der Verseifung kaum bis nicht durchkommt. Ich schätze Rindertalg sehr. Schon beim Bearbeiten des Fettes spürt man, wie die Hände weich werden. Hier gibt es übrigens die Anleitung zum Fettauslassen! 0,1405 - das entspricht auf Seifenrechnern ohne tierische Fette dem Lorbeeröl bzw. Palmöl
Ziegenfett: Von Regina erhalte ich bio Ziegenfett! Auch dieses Fett ergibt eine feste, schöne Seife, nicht ganz so hell wie Rindertalg, ohne dass der Ziegengeruch allzustark (bis gar nicht) durchkommt. Beim Verarbeiten dickt der Leim gerne rasch an. Eventuell Wassermenge erhöhen oder nicht zu kalt arbeiten (je nach Zutaten allerdings). 0,138 - das entspricht auf Seifenrechnern ohne tierische Fette dem Mohnöl
Kamelfett: Kamelfett hat mir mein Mann aus Afrika mitgebracht. Der Geruch und die Optik dieses Fettes hat mich durchaus überrascht. Hier gibt mehr darüber Die Seife wird sehr hell und fest. Schaumverhalten wird erst getestet. war mir unbekannt - gerechnet habe ich ebenfalls mit 0,138
Schweinefett: Schweinefett ist dem menschlichen Fett sehr ähnlich. Deshalb wirkt dieses Fett pflegend auf unsere Haut. Schöne, feste, helle Seife. 0,138

Fette und ihre Eigenschaften

feste Seife weiche Seife Schaumfette pflegende Fette
Olivenöl, Palmöl, Kakaobutter, Sheabutter, Kokosöl, Rindertalg, Ziegenfett Sonnenblumenöl, Traubenkernöl, Rizinusöl Kokosöl, Babassu, Olivenöl (allerdings erst nach längerer Lagerung), Rizinusöl (letzteres fördert die Schaumkraft der übrigen Öle - bewirkt alleine keine Schaumbildung!)
weitere Schaumfördernde Mittel: Zucker, Honig
Mandelöl, Sheabutter, Kakaobutter (kann jedoch bei manchen Menschen austrocknend wirken), Avocadoöl, Babassuöl, Traubenkernöl, Olivenöl